Freundeskreis Ndolage
GOTT IST DIE LIEBE; UND WER IN DER LIEBE BLEIBT, DER BLEIBT IN GOTT. 1.Joh 4.16
Freundeskreis Ndolage Freundesbrief 2008
Ndolage Hospital P.O.Box 34
Kamachumu Kagera-Region
Tanzania
10.12.2008
Liebe Freundinnen und Freunde Ndolages!
Auf die Frage, ob sie wie viele andere auch Ndolage verlassen möchte, um an einem staatlichen Krankenhaus ein besseres Gehalt zu bekommen, antwortet die 52-jährige Krankenschwester Dina Kaimukilwa mit einem entschiedenen Niemals!. Seit fast 30 Jahren arbeitet sie nun in Ndolage und in den letzten Jahren beobachtet sie mit zunehmender Sorge, wie qualifiziertes Personal aus kirchlichen Krankenhäusern und Ambulanzen zu staatlichen Institutionen abwandert. Da der tansanische Staat inzwischen deutlich mehr Geld als die Kirchen zur Verfügung hat, kann er nun halbwegs angemessene Löhne für qualifiziertes Personal zahlen. So hat ein massiver Wettbewerb um Ärztinnen und Ärzte, Hilfsärztinnen und Hilfsärzte sowie Schwestern und Pfleger begonnen. Die kirchlichen Häuser, die sich aus Gebühren ihrer meist armen Patienten, unzureichenden staatlichen Unterstützungen und zurückgehenden Spenden aus Übersee finanzieren ziehen dabei oft den Kürzeren.
Sie möchte weiter in Ndolage arbeiten, weil sie Gottes Segen dort über ihrer Arbeit sieht. Auch würde sie sich schuldig fühlen, wenn die Dorfbewohner, für die Ndolage seit 80 Jahren die einzige Anlaufstelle ist, nur noch ein Hospital ohne Ärzte und Schwestern vorfinden würden. Ein wichtiger Faktor, ihrer Arbeitsstelle treu zu bleiben, ist für sie die hohe Wertschätzung durch den kirchlichen Arbeitgeber, der sich auch um gute Wohnbedingungen für alle Mitarbeitenden bemüht. Sie ist zuversichtlich, trotz der schlechteren Bezahlung die Schulausbildung ihrer Kinder irgendwie bezahlen zu können.
Ma Dina, wie sie in der Stammessprache Kihaya respektvoll genannt wird, ist stellvertretend für den Einsatz vieler, die das Krankenhaus westlich des Viktoria-Sees, mit seinen 250 Betten am Leben halten. Für 140.000 Menschen ist es das einzige Hospital, das sie zu Fuß oder mit dem Rad auf innerhalb eines Tages erreichen können. Auch kommen Menschen aus der gesamten Kagera-Region (2.000.000 Einwohner), weil ihnen anderswo nicht ausreichend geholfen wurde oder weil sie sich in Ndolage besser behandelt fühlen.
Einer von diesen Menschen ist der 69-jährige John Paul, ein seit 2 Jahren verwitweter Bauer aus dem 85 Kilometer von Ndolage entfernten Dorf Mubunda. Nach 42 Ehejahren war seine Frau an einem Brechdurchfall verstorben. Von ihren 6 Kindern lebt nur noch eine verheiratete Tochter in einem 20 Kilometer entfernten Dorf. Die anderen sind in den letzten 10 Jahren an Malaria und AIDS verstorben. Acht Enkelkinder muss der 69-jährige nun versorgen.
Bei Ausheben einer Toilettengrube verspürte er plötzlich an der linken Großzehe einen Stich. Die hierfür verantwortliche schwarze Schlange kann er töten. Durch Abbinden des Beines und Schnitte um die Bissstelle versucht er, das Aufsteigen des Giftes in seinen Körper zu verhindern. Für die Weiterbehandlung sucht er einen traditionellen Heiler auf. Zwei Tage nach dem Biss verliert er das Gefühl in dem Bein. Später kommt es zu starken Schmerzen, die Zehen werden schwarz und fallen nacheinander ab. Eine Dorfgesundheitsarbeiterin rät ihm, sich im Krankenhaus behandeln zu lassen. Aber dafür reicht sein Geld nicht. Es vergehen drei weitere Wochen, bis der Evangelist der Evangelisch-Lutherischen Gemeinde Kitaba ihn während eines Hausbesuches vorfindet. Dieser organisiert nun eine Vorstellung in der Ambulanz von Ilemera, wo eine Gangrän des Unterschenkels bedingt durch Abbinden der Blutversorgung diagnostiziert wird. Es wird die kostenlose Behandlung in Ndolage organisiert.
Im Krankenhaus kann nur noch die Amputation in der Mitte des Unterschenkels durchgeführt werden. Als nach langer Zeit die Wunde gut abgeheilt ist und die Physiotherapie erfolgreich war kann Herr Paul entlassen werden. Er bedankt sich überschwänglich: Die furchtbaren Schmerzen sind weg und ich kann gut mit den Krücken laufen. Endlich kann ich meine Enkelkinder wieder sehen, die 4 Monate allein zu Hause waren.
Die Behandlung und auch die Lebenshaltungskosten für Herrn Paul und seine Tochter, die ihn zu seiner Versorgung begleitet hatte, wurden durch Ihre Spenden über den Poor-Patients-Fund von Ndolage getragen. Leider reichen die Spendengelder nicht aus, um für alle Bedürftigen die Behandlung ganz oder teilweise zu finanzieren. Deshalb haben wir den Schwerpunkt auf die schwächste Gruppe, die kleinen Kinder gelegt. Hier zahlen die Eltern nur eine einmalige Gebühr von 2 Euro. So wurden im Jahr 2007 über diesen Weg weit über 1000 Kinder behandelt, in den Monaten Juli bis September 2008 wurde 427 Kinder durch eine Unterstützung in der Höhe von insgesamt 9410,- Euro geholfen, vielen wurde damit das Leben gerettet. Da dieser Betrag bis jetzt noch nicht vollständig durch Spenden abgedeckt ist, sind weitere Anstrengungen erforderlich. Auch die benachbarte Kirchengemeinde von Ndolage-Dorf hat trotz ihrer eigenen Bedürftigkeit den Poor-Patients-Fund auf ihren Kollektenplan geschrieben.
Weitere Neuigkeiten:
Das bis jetzt unter der Aufsicht Ndolages stehende 35 km entfernte Gesundheitszentrum Izimbya ist nun zu einem Krankenhaus aufgewertet worden. Als Designated District Hospital erfährt es eine besondere staatliche Unterstützung. Es liegt in einem Gebiet mit einer sehr armen Bevölkerung. Es wird von der jungen Ärztin Dr. Lilian Kafuruki geleitet, die dort zusammen mit zwei Hilfsärzten, 5 Pflegekräften und einigen Hilfskräften die medizinische Versorgung leistet.
Die insbesondere von der Vereinten evangelischen Mission unterstützte Klinik für mit HIV/AIDS lebende Menschen wird weiterhin von der Bevölkerung gut angenommen, es sind inzwischen über 600 Menschen dort in Betreuung.
Aktuelle Bilder aus Ndolage sind übrigens im Internet unter www.panoramio.com, Stichwort Ndolage, zu finden.
Wir wünschen Ihnen ein gesegnetes Weihnachtsfest!
Dr. Onesmo Rwakyendela, Chefarzt N. Tinkamwesigile, Koordinator Dr. Frank Beier
Spendenkonto: Vereinte Ev. Mission, KD-Bank, BLZ 350 601 90, Konto-Nr.: 90 90 90 8, Verwendungszweck: Kennwort Ndolage-PPF und komplette Adresse für die Spendenbescheinigung (Wenn die Adresse nicht unter Verwendungszweck steht, wird sie nicht übermittelt!)
PS: Daueraufträge geben uns eine größere Planungssicherheit
Kontakte:
Krankenhauszentrale: elctndolage[at]yahoo[dot]com
Koordinator PPF, Herr Tinkamwesigile: elctnwdppf[at]yahoo[dot]com
Dr. Onesmo Rwakyendela: onesmor2000[at]yahoo[dot]co[dot]uk
Dr. Frank Beier: SilkeFrankB[at]web[dot]de, Tiefenstr. 4, D-33824 Werther, Tel. 05203-296971
Informationen zur Vereinten Evangelischen Mission: www.vemission.org